Mit dem Rad schnell und sicher von Hagen nach Wuppertal: Machbar?

Der Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Städte Wuppertal und Hagen möchten verlässliche Aussagen darüber erhalten, ob und in welchem Umfang vorhandene Wege zu einer schnellen Radwegeverbindung durch das südliche Kreisgebiet ausgebaut werden können.

Hagen HBF © Gerd Isenberg, 03. März 2024

Bergisch-Märkische Veloroute

„Den weiter steigenden Verkehrsbelastungen auf Straße und Schiene wollen wir gemeinsam mit Mobilitätslösungen für den Alltagsradverkehr in der Region begegnen. Eine solche Lösung wäre für uns die - so der Arbeitstitel - ´Bergisch-Märkische Veloroute´. Mitgedacht ist dabei das Erschließen und Anbinden der Zentren von Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm – direkt oder auf kurzen Wegen“, heißt es aus dem Schwelmer Kreishaus und den beiden Rathäusern.

Ausgangspunkt und Grundlage für das Vorhaben ist das seit 2019 bestehende regionale Radwegenetz des Regionalverbandes Ruhr (RVR) in Kombination mit kommunalen Radverkehrskonzepten, Mobilitätskonzepten und -untersuchungen.

Bestandsaufnahme läuft, Bürger sind gefragt

Um Varianten denkbarer Trassenverläufe für eine schnelle Radverbindung – fachlich korrekt Radvorrangroute - bewerten zu können, werden in nächster Zeit vor Ort der Zustand der Oberflächen, die Breite der Wege sowie weitere Aspekte der Infrastruktur ermittelt und dokumentiert werden. Diese Bestandsaufnahme soll zudem aufzeigen, in welchen Abschnitten die Verkehrsführung für den Radverkehr noch verbessert werden kann oder sogar muss.

Mit einer Online-Umfrage sollen ergänzend weitere Informationen zu den Untersuchungsstrecken gesammelt werden. Hier setzen die Verantwortlichen der Studie auf die Erfahrungen, die die Bürger im Radsattel gemacht haben. Sie wüssten am besten, woran es wo mangelt, wo es unübersichtlich oder gar gefährlich wird, wo Buckelpisten, schmale Wege oder dunkle Ecken das Radeln zum Risiko werden lassen und welche alternativen Strecken denkbar und sinnvoll sein könnten.

Wer sich daran beteiligen möchte, kann ab Montag, 18. März, und bis Montag, 15. April, die Internetseite Wegedetektiv Veloroute Wuppertal - Ennepe-Ruhr-Kreis - Hagen aufrufen.

Anmerkungen platzieren, Alternativen vorschlagen

In der Karte, die sich auf der genannten Internetseite findet, ist die Route dargestellt, die der Radroutenplaner NRW anzeigt, wenn als Startpunkt die Wuppertaler Nordbahntrasse sowie die Schwarzbachtrasse und als Ziel der Hagener Hauptbahnhof eingegeben werden. Die Karte zeigt also den aktuellen Status-Quo und nicht das, was geplant ist. Mittels Markierens eines Streckenabschnitts werden somit nicht nur Anmerkungen möglich, auch Alternativvorschläge sind willkommen. Zudem können Fotos hochgeladen werden.

Unterstützt wird der Ennepe-Ruhr-Kreis beim Erstellen der Machbarkeitsstudie vom Planungsbüro IGS. Der Dienstleister deckt eine große Bandbreite in den Bereichen Mobilitätskonzepte und Verkehrsplanung ab. Die PTV Transport Consult GmbH ist verantwortlich für die Potenzialanalyse und die Nutzen-Kosten-Analyse.

Weitere Informationen finden Interessierte unter Machbarkeitsstudie für eine Bergisch-Märkische Veloroute.

Vorschläge des ADFC-EN

Die Radwegeverbindung von Wichlinghausen nach Hagen ist auch in Teilaspekten Gegenstand der geführten Radtouren des ADFC-EN, die Alternativen sind in einer Komoot-Kollektion aufgeführt, und werden in Kürze auch auf wegdetektiv.de eingearbeitet. Im Norden begrenzt durch den Haßlinghauser Rücken, sind die westlichen Hauptalternativen durch den Linderhauser Rücken mit den Tälern von Linderhauser Senke und Schwelmer Massenkalktal  separiert, im Osten durch den Gevelsberger Stadtwald mit den Tälern von Ennepe und Hasper Bach. Die anspruchsvolle aber autoarme nördliche Höhenroute verläuft dabei entlang der Nordbahntrasse durch den Scheetunnel, weiter über die Glückauftrasse nach Silschede und die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn nach Schmandbruch, und führt über Auf der Halle und Tücking ins Tal der Ennepe und zum Hagener HBF. Alternativen führen ab Haßlinghauser Hütte über Landringhausen / Klostermark nach Gevelsberg, oder ab Grünewald nach Berge-Knapp zur Ennepe.

Steigungsarm geht es über die Linderhauser Senke und Gangelshausen entlang der Stefansbecke nach Gevelsberg und via Ennepe nach Hagen. Die Linderhauser bzw. Gevelsberger Straße hat keinen Radweg, und Autos überholen nicht immer mit 2 Metern Abstand - der Waldweg von Gangelshausen zur Brennerei Habbel ist ein wenig instabil - ansonsten eine empfehlenswerte Route für Bio-Biker. Interessant und mit tollen Panorama-Aussichten ist der Weg über Jesinghausen entlang des Karstbaches der Meine, hoch zum Krähenberg und Erlen zum Linderhauser Rücken, mit Single-Trail Option an der Erlenhöhle vorbei.

Eine weitere Alternative bietet sich entlang der Talstraße (B7) bis zur Haßlinghauser Straße in Schwelm an, um dann via Radweg unter dem Karst durch den Schwelmer Tunnel nach Gevelsberg zu fahren. Die südliche Route mit Fahrrad-Schutzstreifen von Langerfeld nach Schwelm - Haus Martfeld tangierend, führt über Milspe nach Voerde. Dort mit weniger Autoverkehr der Kleinbahntrasse entlang des Hasper Baches folgend. Verkehrsärmer, mit starken Steigungen geht es von Langerfeld den Ehrenberg hoch, um dann über den Schwelmer Winterberg ins Tal der Heilenbecke und weiter nach Milspe zu radeln. Der Kölner Tunnel von Milspe nach Gevelsberg, bzw. der Weg über den Bahnhof Ennepetal, wäre eine weitere Möglichkeit von Schwelm kommend dem Tal der Ennepe zu folgen.

https://ennepe-ruhr.adfc.de/neuigkeit/mit-dem-rad-schnell-und-sicher-von-hagen-nach-wuppertal-machbar

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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