Radschnellweg: Zeit gewinnen, sicher fahren!

Radschnellweg: Zeit gewinnen, sicher fahren! mit Ascan Egerer (Dezernat III - Mobilität, Stadt Köln), Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), Thomas Okos (Mitglied im Landtag, CDU), Axel Fell (Landesvorsitzender ADFC NRW) (v.l.n.r.). © ADFC NRW

ADFC NRW holt Radschnellwegplanungen aus der Versenkung

Düsseldorf, Frechen und Köln, 18.11.2023

Nr. 26/2023

Pressemitteilung

ADFC NRW holt Radschnellwegplanungen aus der Versenkung
Der Fahrrad-Club ADFC NRW hat NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne)bei einer Fahrraddemonstration in Köln aufgefordert, von den im Koalitionsvertrag versprochenen 1.000 Kilometern Radwegen 100 Kilometer Radschnellwege bis 2027 zu realisieren

Hintergrund ist das zehnjährige Jubiläum des Planungswettbewerbs für Radschnellwege. Dabei hatte die damalige Landesregierung am 20. November 2013 fünf Radschnellwegprojekte in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und deren zügige Umsetzung zugesagt . Doch von den damals 150 Kilometern im Raum Aachen, Köln, Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Düsseldorf sind bis heute erst 1,5 Kilometer Kilometer in Monheim gebaut.

Die Landesvorsitzende Rebecca Heinz sagte dem Minister: „Wir wünschen uns bis zum Ende der Legislaturperiode, dass wir endlich mal 100 Kilometer ausgebaute Radschnellwege sehen würden. Das wäre eine Zahl an der sich die Landesregierung messen lassen könnte.“

Verkehrsminister Krischer will „mehr Drive“ reinbringen
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, der auf dem Fahrrad die geplante Strecke des RS6 von Frechen nach Köln mitfuhr, räumte ein: „Es ist völlig klar, das muss ein ganz anderes Tempo bringen. Da muss ein ganz anderer Drive rein. Und ich bin optimistisch, dass wir in Kürze an einigen Radschnellwegstrecken auch Baufortschritte haben werden.“

Er stehe dafür, dass die vor zehn Jahren begonnenen Planungen nun in die Realität umgesetzt würden. Fortschritte bei den Radschnellwegen hatte der Minister zuvor im WDR-Hörfunk bereits für das kommende Jahr 2024 und die Folgejahre in Aussicht gestellt.

Landrat des Rhein-Erft-Kreis und Frechens Bürgermeisterin fordern mehr Tempo
Bei der Demonstration auf der geplanten Radschnellwegtrasse des RS6 von Frechen nach Köln zeigte sich Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp ein Jahrzehnt nach dem Planungswettbewerb enttäuscht. Entsprechend begrüßte sie die Radfahrerinnen und Radfahrer mit den Worten „Wie Sie sehen, Sie sehen nichts! Denn der Radschnellweg, der von uns sehr, sehr, sehr erwartet wird, hat noch keinen erkennbaren Fortschritt gemacht.“ Dabei sei der RS6 nach ihren Worten nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende in der Stadt, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor.

Auch Landrat Frank Rock forderte mehr Tempo beim Ausbau der Radschnellwege in NRW und insbesondere für den RS6 in seinem Kreis. Er appellierte an die Nachbarstadt Köln, endlich mit den Planungen voranzukommen.

„Wichtig ist, dass wir aufstehen. Wir wollen Radschnellwege in die Metropole haben, wir haben genug Verkehr auf den Straßen.“ Rock verspricht sich durch den RS6 eine Alternative und Entlastung für viele Menschen, die bisher mit dem Auto zu ihren Arbeitsplätzen nach Köln pendeln.

ADFC fordert vier Maßnahmen für einen beschleunigten Radschnellwegeausbau
Der ADFC fordert von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vier Maßnahmen, um den Bau von Radschnellwegen zu beschleunigen. Dazu gehört die verbindliche Festlegung von Ausbauzielen und deren zeitliche Umsetzung. Außerdem will der Fahrrad-Club, dass der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW mehr Personal für die Radverkehrsplanung einsetzt und Radschnellwege nicht nur auf dem Papier Landstraßen gleichgestellt sind. Planungsprozesse müssten beschleunigt und Kommunen finanziell, personell und fachlich durch ein Wissensnetzwerk unterstützt werden.

Der Landesvorsitzende Axel Fell resümierte: „Wir hatten alle da: Den Verkehrsminister, Landtagsabgeordnete, den Landrat des Rhein-Erft-Kreises, die Bürgermeisterin von Frechen und den Mobilitätsdezernenten der Stadt Köln. Und alle wollen, dass der Radschnellweg kommt. So sieht es auch in den anderen NRW-Regionen aus. Es war genau richtig, dass wir den Druck aufgebaut haben und das Projekt nach zehn Jahren aus der Versenkung geholt haben. Jetzt ist es wichtig, dass auch endlich was passiert!“

  1. Ausbauziele definieren und zur „Chefsache“ machen
  2. Voraussetzungen bei Straßen.NRW für einen schnellen Ausbau schaffen
  3. Planungs-, und Umsetzungs-Prozesse beschleunigen
  4. Kommunen finanziell und personell unterstützen, landesweites Wissensnetzwerk etablieren

Die Landesvorsitzenden Rebecca Heinz und Axel Fell:


Nachdem die Radschnellwegprojekte des Landes zehn Jahre lang in der Versenkung verschwunden sind, muss die Landesregierung sie jetzt ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Der für den Bau von Radschnellwegen zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW muss personell und strukturell so organsiert werden, dass er eine Treiberrolle beim Ausbau der Radschnellverbindungen übernehmen kann. Denn bisher wird er seinen gesetzlichen Aufgaben beim Radschnellwegebau nicht gerecht.

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club NRW e.V. (ADFC NRW)
Landesverband NRW
Karlstr. 88, 40210 Düsseldorf
Internet:
www.adfc-nrw.de

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 58.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In 37 Kreisverbänden und rund 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund ums Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potenziale des Fahrrades ausschöpft. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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