
Die neue Fahrradstraße am Rhein in Bonn © Radentscheid Bonn
Unfallbilanz 2025: Deutlich mehr getötete Radfahrende ADFC NRW: „Alarmierend!“
Düsseldorf, 11. März 2026
05/26
Unfallbilanz 2025: Deutlich mehr getötete Radfahrende
ADFC NRW: „Alarmierend!“
Das Innenministerium NRW stellte heute die Unfallbilanz für das Jahr 2025 vor. Die Zahlen der verunfallten Radfahrenden sind im Vergleich zum Vorjahr dramatisch gestiegen. Der ADFC NRW fordert die Landespolitik auf, konkrete Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit zu ergreifen. Dazu gehört der beschleunigte Ausbau einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur. Verwaltung und Polizei müssen ihr Handeln konsequent an der Erreichung der Vision Zero ausrichten.
Starker Anstieg der getöteten Radfahrenden
Die Zahl der getöteten Rad- und Pedelecfahrenden ist von 80 Menschen (2024) auf 106 Menschen (2025) gestiegen. Das ist ein Anstieg von 33 %. Statistisch gesehen werden zwei Radfahrende in NRW im Straßenverkehr wöchentlich getötet. Dabei sind rund drei von vier Unfällen mit Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer:innen. Autofahrer:innen sind in rund zwei Dritteln der Fälle die Hauptverursacher. Gründe sind Vorfahrtsverstöße, Fehler beim Abbiegen oder beim Einfahren in den fließenden Verkehr. Minister Reul stellt dazu fest: „Hier würde es oft schon helfen, sich vor der Weiterfahrt einen Moment Zeit zu nehmen, den Kopf zu drehen und sich einen Überblick über die Verkehrssituation zu verschaffen“. Die dramatische Unfallzahlen verlangen aus Sicht des ADFC NRW mehr, als ein Appell des Ministers, die geltenden Verkehrsregeln einzuhalten.
Marc Zietan, verkehrspolitischer Experte des ADFC NRW, sagt: „Die Unfallzahlen der Radfahrenden sind alarmierend und erfordern ein sofortiges Handeln aller Beteiligten Akteure. Hinter jedem Unfall und jedem Todesopfer steht ein Schicksal und Angehörige, die um eine geliebte Person trauern. Das macht uns sehr betroffen. Wir fordern, dass die Verkehrspolitik und Verkehrspolizei die gestiegenen Zahlen zum Anlass nehmen, ihre Arbeit im Sinne der Vision Zero konsequent am Schutz der ungeschützten Verkehrsteilnehmer:innen auszurichtet. Es braucht ein sicheres und durchgängiges Radwegenetz, ein geringeres Verkehrstempo und sichere Kreuzungen. Gezielte Kontrollmaßnahmen der Polizei sind zwingend notwendig, damit beispielsweise sichere Überholabstände und Geschwindigkeiten eingehalten werden.“
ADFC NRW initiiert Arbeitskreis zu Sicherheit von Radfahrenden
Innerhalb der landesweiten Initiative #sicherimStraßenverkehr rief der ADFC NRW bereits am 5. März den Arbeitskreis Radverkehrssicherheit ins Leben. Ziel des Arbeitskreises ist es, Empfehlungen für mehr Sicherheit von Radfahrenden zu entwickeln. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt wird die Erarbeitung von Maßnahmen zur Vision Zero – also keine Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr – sein.