
Rheinischer Esel in Annen etwa 24 Stunden nach dem Regen © Christian Weiner
Wittener Ost-Esel in desolatem Zustand
Die wassergebundene Oberfläche des Radweges Rheinischer Esel in Witten ist zwischen Rüdinghausen und Annen wieder in einem desolaten Zustand.
Der Radweg Rheinischer Esel verbindet weitgehend steigungsfrei auf der ehemaligen Bahntrasse Löttringhausen–Langendreer die Städte Dortmund, Witten und Bochum. Er ist sowohl bei Freizeit- als auch bei Alltagsradfahrenden beliebt - und wäre noch beliebter, wenn die wartungsintensive, wassergebundene Oberfläche zwischen Rüdinghausen und Annen analog zum aktuell fertiggestellten größten Teil in Dortmund und zum westlichen Abschnitt zwischen Langendreer und Dortmunder Straße durch eine asphaltierte ersetzt werden würde.
Es gab Wichtigeres
Bereits in 2015 beschloß der Ausschuss für Verkehr in Witten die Vorplanung für den Ausbau des Rheinischen-Esel–Ost für den Alltagsverkehr und beauftragte die Verwaltung, in Kenntnis der Tatsache, dass eine Finanzierung nicht gesichert war, das Projekt wie in der Vorlage beschrieben weiter zu betreiben. In 2019 startete Nils Holub eine Online-Petition mit dem Ziel den östlichen Teil des Rheinischen Esels zu asphaltieren, die letztendlich nicht erfolgreich war. Die Petition wurde anfangs von der lokalen Politik und vom ADFC Ennepe-Ruhr unterstützt, es galt aber auf Grundlage des Radverkehrskonzeptes von 2019, erst höher priorisierte Probleme der Wittener Fahrradinfrastruktur anzugehen, wie das Entschärfen der „Wutkreuzung“ an der Ruhrstraße/Gasstraße und das Schließen der Lücke Pferdebachstraße mit der Fahrradbrücke. Weitere Projekte sind aktuell die Aufwertung des Ruhrtalradweges im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027, sowie der Neubau von Lakebrücke und Herbeder Ruhrbrücke. Für den Rheinischen Esel in Witten sind keine direkten, eigenständigen Fördermittel im Rahmen der offiziellen IGA 2027-Sterneprojekte vergeben worden.
Andauernder Frust
Der Zustand des Ost-Esels in Witten hat sich trotzt regelmäßiger, kostenintensiver Instandhaltungsarbeiten in den letzten Jahren weiter verschlechtert - Erosion, Schlaglöcher, Staubentwicklung bei Trockenheit und Wasserpfützen nach Regen erzeugen insbesondere bei Alltagsradfahrenden Frustration. Als täglicher Radpendler beschreibt und dokumentiert Christian Weiner in einer Note an die Stadt Witten die Situation. Mittlerweile weicht er an Regentagen von seinem Wohnort in Dortmund-Persebeck bis zur Auffahrt Pferdebachstraße auf asphaltierte Straßen mit Autoverkehr aus. Das ist angesichts einer ansonsten attraktiven, weitgehend vom Autoverkehr getrennten Verbindung vor der Haustür besonders ernüchternd. Er fordert die Stadt Witten auf, einen Kosten-Vergleich zwischen fortgesetzter Unterhaltung der wassergebundenen Decke und einer Asphaltierung anzustellen, und fragt welche Mittel für Planung und Bau erforderlich wären und welche Fördermöglichkeiten geprüft wurden. Der ADFC Kreisverband Ennepe-Ruhr unterstützt ausdrücklich das Anliegen und die Forderungen von Weiner.
Frage und Antwort
In einer Anfrage der SPD-Fraktion vom 17. November 2025 zur Sanierung des Rheinischen Esels an Wittens Bürgermeister Dirk Leistner antwortete dieser am 14. Juli 2026:
“Die im Jahr 2022 erstellte Machbarkeitsstudie bietet nur eine Grundlage für die angestrebte Asphaltierung des Rheinischen Esels. Weitere Planungsphasen stehen noch aus. Aufgrund der Personal- und Mittelbindung der Projekte im Muttental kann das Projekt derzeit nicht von der Verwaltung weiterverfolgt werden.. Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2022 beträgt für die Asphaltierung des Abschnitts 4,2 Mio. €. Durch die Steigerung der Baukosten seitdem, muss von deutlich höheren Kosten ausgegangen werden. Eine Förderung der Maßnahme wird in den weiteren Planungsschritten angestrebt, falls dies zum Zeitpunkt der Ausführung möglich ist”.
Blick nach vorne
Die Stadt Witten blickt in „Je oller, je doller!“ mit einem Seitenblick auf den Haushalt nach vorne: weitere Streckenstücke des Esels könnten asphaltiert werden, mindestens aber Oberflächen an Zuwegungen verbessert werden. Als bester Aufholer des ADFC Fahrradklima-Tests unter den Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in 2024, würde eine durchgängige Asphaltierung des Rheinischen Ost-Esels sicherlich dem Fahrradklima in Witten guttun, das ja nach dem aktuellen Test erst wieder in 2028 ermittelt wird.








