
ADFC auf dem RuhrtalRadweg gegenüber der Lennemündung © ADFC Hattingen 2023
20 Jahre RuhrtalRadweg
In diesem Jahr wird der RuhrtalRadweg 20 Jahre alt. Seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2006 hat sich der 240 Kilometer lange Radfernweg entlang der Ruhr von Winterberg bis Duisburg zu einem der bekanntesten Radwege Deutschlands entwickelt.
Zum 20-jährigen Jubiläumsauftakt des RuhrtalRadweges zogen die Projektverantwortlichen Axel Biermann (Ruhr Tourismus GmbH) und Dr. Jürgen Fischbach (Sauerland-Tourismus e.V.) beim Gespräch mit der Presse im LWL-Museum Zeche Nachtigall in Witten – dem Ort, wo 2006 die Eröffnung stattfand - Resümee und gaben einen Ausblick auf geplante Geburtstagsaktivitäten in diesem Jahr. Im Rahmen der Kampagne „20 Jahre – (mehr als) 20 Bäume“ möchte jede Anrainerkommune einen RuhrtalRadweg-Jubiläumsbaum pflanzen und mit der Aktion „Bäume erradeln“ sollen Radwandernde durch das Befahren der gesamten Strecke Baumsetzlinge erhalten können, die dann im Rahmen eines Pflanztages am RuhrtalRadweg in Winterberg in die Erde gebracht werden.
ADFC-Radreiseanalyse 2025 in NRW
Der in NRW liegende Ruhrtalradweg ist nach wie vor populär und wurde im Rahmen der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vom ADFC erneut als „ADFC-Qualitätsradroute mit vier Sternen“ ausgezeichnet. Er ist allerdings im Rahmen der ADFC-Radreiseanalyse in NRW von Platz 6 (2024) auf Platz 17 (2026) gerutscht. In den Top 20 der beliebtesten Radfernwege ist mit dem Ruhrtalradweg nur eine einzige Route vollständig im nordrhein-westfälischen Gebiet angesiedelt. Das zeigt: Es besteht Handlungsbedarf, damit NRW als Radreiseland attraktiv bleibt.
Der RuhrtalRadweg im Ennepe-Ruhr-Kreis
Besonders abwechslungsreich ist der RuhrtalRadweg im Ennepe-Ruhr-Kreis und den nördlich angrenzenden Ruhrgebiets-Städten, mit den vier großen Ruhr-Stauseen, Hengstey-, Harkort-, Kemnader- und Baldeneysee, den Ruhrhöhen und dem Ardeygebirge nördlich, und dem Bergisch-Märkischen Hügelland südlich der Ruhr sowie den Relikten und Museen des Industriezeitalters - mit den LWL-Museen Nachtigall und Henrichshütte. Frühere gepflasterte Leinpfade, wo in vergangenen Zeiten Treidelpferde die Ruhraaken zwecks Kohle- und Material-Transport die Ruhr entlang zogen, wurden schon meist in den 80er Jahren zu asphaltierten Radwegen ausgebaut. Von Wetter-Wengern bis nach Hattingen ist der RuhrtalRadweg auch Teilabschnitt des Von-Ruhr-zur-Ruhr-Radweges.
In Witten
In Witten erwartet dem Radreisenden von Osten kommend südlich der Ruhr der grandiose Blick ins Ardeygebirge mit den Gederweiden und dem Ruhr-Viadukt im Vordergrund und dem Hohenstein mit Berger-Denkmal gegenüber. In Bommern zum Deutschen Gruben- und Feldbahnmuseum auf dem Gelände der Zeche Theresia, Domizil der Muttental-Bahn unterhalb von Schloss Steinhausen, und weiter zum besagten LWL-Museum der Zeche Nachtigall mit dem angrenzenden und sehenswerten Bergbauwanderweg Muttental. Von März bis Oktober geht es dann mit der Ruhrtal-Fahre Hardenstein in der Nähe der gleichnamigen Burgruine ans nördliche Ruhrufer. Vorbei am Königlichen Schleusenwärterhaus führt der Weg nun Richtung Lake, Kemnader See, Bochum-Stiepel und Hattingen.
Im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 (IGA 2027) sind einige Verbesserungen am Wittener RuhrtalRadweg geplant, wie die Separierung von Fuß- und Radwegen in Bommern und vom Fähranleger bis Lake - Nachtigall- und Muttentalstraße sollen Fahrradstraßen werden.
In Hattingen
In Hattingen wurde der RuhrtalRadweg in 2020 über die Kosterbrücke auf die Südseite verlegt, um eine einfachere Anbindung der Hattinger Altstadt zu ermöglichen. Entsprechende Auf- und Abfahrten erlauben von Osten kommend das ampelfreie queren der Brücke. Von Bochum-Stiepel fährt man die Brockhauser Straße, nun Fahrradstraße, unterhalb der Kosterbrücke, um an der Blankensteiner Straße rechts die Auffahrt hoch scharf rechts zur Kosterstraße zu fahren. Seit Januar 2026 ist nun beidseitig der kombinierte Rad- Fußweg zu benutzen, da Straßen.NRW endlich das Brückengeländer erhöht hat. Auf Hattinger Seite geht nun scharf rechts eine Rampe zur Straße an der Kost hinunter, mit der neuen Streckenführung über das Air Products Gelände zum Leinpfad. Am Minigolf Ruhrtal in der Nähe des Henrichsparks vorbei zum ehem. Haus Weile, heute Landhaus Grum, bis rechts auf die Straße Ruhrdeich abgebogen wird.
Hier im Bereich der Hattinger Ruhrbrücke, Richtung Bochum, Essen oder in die Altstadt, irren RuhrtalRadweg-Touristen wegen vieler Möglichkeiten falsch abzubiegen und tlw. unklarer Wegweisung mitunter hilflos umher. Richtung Essen biegt man vom Ruhrdeich kommend links in die Straße an der Ruhrbrücke ab, und unterquert zweimal links/rechts die Bochumer Straße, fährt die Schleusenstraße bis Birschel-Mühle um dann links zum Knotenpunkt 25 am Ruhrwehr zu gelangen. Hier geht es geradeaus Richtung Winzer Ruhrbogen und Essen, oder links, auch unterhalb der Ruhrbrücke, Richtung Bochumer Straße, Bahnhof oder Altstadt.
Auch im Kontext der IGA 2027 sind aktuell einige Erweiterungen geplant. Auf einem ca. 600 m langen Abschnit entlang von Minigolf Ruhrtal ist eine Separierung angedacht. Der heutige gemeinsame Fuß- und Radweg entlang der Ruhr soll künftig alleiniger Fußweg sein, parallel dazu entsteht ein neuer, 4 Meter breiter Weg alleine für den Radverkehr. Auch unterhalb der Isenburg werden separate Fuß- und Radwege umgesetzt. Ein Highlight wird die Ruhrpromenade Winz-Baak mit der neuen Ruhrbrücke für den Rad- und Fußverkehr zwischen Henrichspark und Winz-Baak in etwa auf Höhe der Skater-Anlage. Dadurch wird die Verbindung der nördlichen Hattinger Stadtteile sowie Bochum-Linden und Bochum-Sundern über die geplanten Fahrradstraßen Donnerbecke und Rauendahlstraße mit dem LWL-Museum Henrichshütte sowie via Ruhrgasse und Bahnhofstraße zur Hattinger Altstadt attraktiver.












