
Podiumsdiskussion Radfahren in Hattingen am 16. April 2026 © ADFC Hattingen/Sprockhövel
Radfahren in Hattingen 2026
Radfahren in Hattingen war das Thema der Podiumsdiskussion am 16. April 2026 im Bürgerzentrum Holschentor im Rahmen des 10. Hattinger Fahrradfrühlings.
Baudezernent Jens Hendrix und der Nahmobilitätsbeauftragte der Stadt Hattingen Johannes Fröhlich haben auf Einladung des ADFC Hattingen/Sprockhövel über Konzepte und Planungen zur Radinfrastruktur berichtet. Unter der Moderation von ADFC Kreis-Vorstand Alfons Eilers gab es einen regen Austausch mit den etwa 30 Gästen zu den Themenkomplexen Ruhrtalradweg und IGA 2027, Glückauftrasse, Sicherheit auf Radwegen nebst Fußgängerzone, Stadtteil-Verbindungen und Lückenschlüsse, und Mobilität in neuen Wohnquartieren wie Isenberg-Viertel, dem ehemaligen O&K Gelände und Pottacker.
Ruhrtalradweg
Der Ruhrtalradweg begeht ja dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum und wird im Rahmen der IGA2027 auf Hattinger und angrenzenden Bochumer Gebiet durch Unterstützung von Fördermitteln enorm aufgewertet. Highlights sind die Ruhrpromenade und die neue Ruhrbrücke für Radfahrende und Zufußgehende zwischen Henrichspark und Rauendahl nebst der neuen Fahrradstraßen Donnerbecke nach Linden und Rauendahlstraße nach Sundern und Stiepel, nebst Anbindung über das Westenfeld an Winz-Baak, die Umgestaltung der Bahnhofstraße und der Ruhrgasse mit Anbindung des Ruhrtalradweges an die Altstadt, sowie separate Rad- und Fußwege unterhalb von Isenberg und auf Höhe des Minigolfplatzes Ruhrtal. Avisiert ist eine Fertigstellung in 2028.
Glückauftrasse
Lob gab es vom ADFC für die in 2025 erfolgte Asphaltierung der Glückauftrasse zwischen Stadtgrenze Sprockhövel bis zur Brücke am Wildhagen – Frust durch Straßen.NRW. Die Stadt hatte laut Hendrix im Rahmen der Asphaltierung angeboten die Abfahrt zur Nierenhofer gleich mit 95% Landesmitteln mit zu asphaltieren. Damals meinte Straßen.NRW, dass sich das wegen des in Kürze stattfindenden Neubaus des Viadukts nicht lohne. Nun haben sich die Prioritäten geändert und der Neubau verschiebt sich bis auf Weiteres aber die Landesmittel sind verfallen..
Sicherheit auf Radwegen
Das kontroverse Dauerthema ist das Radfahren in der Fußgängerzone und der vermehrte Nutzen von E-Scootern. Das Fahren mit E-Scootern ist dort aktuell nicht erlaubt, und soll auch zukünftig in der Fußgängerzone explizit durch Zusatzschilder verboten werden. Diskutiert wurde der marode Zustand vieler Wirtschaftswege in Hattingen mit tiefen Schlaglöchern und Unfallgefahr, und ob der Mängelmelder, wie von Hendrix propagiert, noch zeitnah funktioniert. Die Unfallstatistik EN verzeichnet im Nord-Kreis eine signifikante Zunahme an Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung im Jahr 2025.
Stadtteil-Verbindungen
Hier wurden Radinfrastruktur der Stadtteil-Verbindungen nach Welper, Blankenstein und Holthausen thematisiert, insbesondere Probleme an der Blankensteiner Straße, im Büchsenschütz und der Holthauser Straße, die Kreisstraße K1. Der ADFC Hattingen/Sprockhövel befürchtet durch die Entscheidung des Kreistages am 23. März zur Streichung einer Planstelle Mobilitätsmanager und Radverkehrsbeauftragter, erhebliche negative Auswirkungen auf die kreisweite Mobilitäts-Infrastruktur. Zahlreichen, bislang vom Ennepe-Ruhr-Kreis koordinierten Projekten zur Verbesserung des Radverkehrs drohen nun zumindest erhebliche Verzögerungen, so die Machbarkeitsstudie zu Radwegen an der K1. Der ADFC begrüßt die nun von der Stadt umgesetzte Interimslösung mit Fahrrad-Piktogrammketten auf der Holthauser Straße.
Fazit
Die Stadt Hattingen scheint in Punkto Verkehrswende auf einem besserem Weg zu sein, als der Ennepe-Ruhr-Kreis dem sie angehört, auch manifestiert durch die Mitgliedschaft der Stadt in der AGFS und die aktuelle Stellenstreichung im Kreis. Die ADFC Ortsgruppe Hattingen/Sprockhövel bringt ihren Protest gegen den Rückschritt im Ennepe-Ruhr-Kreis öffentlich zum Ausdruck und wird in diesem Jahre mit keinen eigenen ADFC-Team beim STADTRADELN antreten.











